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Hauptallergene & Alternativen
Kapitel 4: Hauptallergene & Alternativen

Bei Deinen Testergebnissen findest Du wahrscheinlich auch leicht oder stark auffällige Ergebnisse auf die Hauptallergene Gluten, Milch, Eier, Hefe und Nüsse. Um Dir Deine Ernährungsumstellung so leicht wie möglich zu machen, haben wir für diese Hauptallergene alles Wissenswerte zusammengestellt und zeigen Dir eine Auswahl an Alternativen. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Gluten und glutenhaltiges Getreide

Gluten ist in aller Munde. Einige sagen es sei toxisch und unbedingt zu meiden, andere halten es für harmlos und geben Entwarnung. Du hast den Test gemacht und weißt nun genau, ob dir Gluten bekommt oder nicht. Mit weiteren Informationen über Gluten möchten wir dich auf dem Weg zu deinem Ziel unterstützen!

Wenn du wissen möchtest was Gluten ist, worin du es findest, welche Alternativen es gibt, wenn du es reduzieren oder vermeiden möchtest, dann bist du hier richtig. Wir haben die wichtigsten Informationen, die du im Zusammenhang mit deinem Test wissen musst, zusammengestellt.

Kurzer Ausflug in die Geschichte

Menschen essen seit ca. 10.000 Jahren Getreideprodukte. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt wurde der Mensch sesshaft und begann Getreide anzubauen. Brot, Backwaren und Nudeln sind die Hauptquellen unseres Getreidekonsums. Viele gute Backeigenschaften, wie zum Beispiel das Aufgehen des Teiges und die knusprige Kruste, werden durch Gluten erreicht. Um diese Eigenschaften noch weiter hervorzuheben, wurde das Getreide nach und nach umgezüchtet. In den letzten 100 Jahren hat sich der Gehalt des Glutens stärker erhöht als in den 10.000 Jahren davor. Den höchsten Gluten-Anteil weist Weizen auf.

Gluten ist das Klebereiweiß in bestimmten Getreidesorten und das mengenmäßig häufigste Protein, welches in Getreide vorkommt. Der Pflanze dient Gluten als Schutz vor Fressfeinden, da es ein schwer verdaubares Eiweiß ist, welches zu Schäden im Verdauungstrakt führen kann. Somit hat das Getreide sein eigenes Pflanzenschutzmittel.

Welche Getreide enthalten Gluten?

  • Weizen (auch Hartweizen)
  • Gerste
  • Dinkel (eine ursprüngliche Weizenform)
  • Hafer
  • Grünkern (unreifer Dinkel)
  • Kamut
  • Roggen
  • Einkorn
  • Triticale (Kreuzung von Weizen und Roggen)
  • Emmer

Was haben Leberwurst, Senf oder Röstzwiebeln mit Gluten zu tun?

Die glutenhaltigen Getreide werden in vielen Nahrungsmitteln mitverarbeitet, da sie sehr gute Eigenschaften für die Produktion haben. In folgenden Produkten kann also Gluten vorkommen:

  • Backwaren: aus glutenhaltigen Getreiden: Brot, Brötchen, Kuchen, Gebäck
  • Hauptgerichtsbestandteile: Pizzateig, Nudeln, Lasagne, Spätzle, Pfannkuchen, Crêpes, Quiche
  • Beilagen: Couscous, Bulgur
  • Vegetarische, vegane Produkte: alle aus Seitan hergestellten Fleischersatzprodukte (Seitan ist eine andere Bezeichnung für „Gluten“), vegetarischer Brotaufstrich
  • Verarbeitete Produkte: mit folgenden Bezeichnungen auf der Inhaltsstoffliste: Bindemittel (viele), Emulgator (einige), Gluten, Klebereiweiß, Malz, modifizierte Stärke, Paniermehl, Seitan, Semmelmehl, Stärke, „Vitalkleber“, „Vollkorn-“, Weizenkleber, Zuckerstoff
  • Fertigprodukte: Soßen, Desserts, Pudding, Müsli, Cornflakes, Kartoffelpüree, Gnocchi, Bratkartoffeln, Brotbackmischungen, Röstzwiebeln
  • Fertiggerichte: aus der Tiefkühltruhe, Dose oder Tüte
  • Fischgerichte: Brathering, panierter Fisch (Fischstäbchen)
  • Fleischprodukte: Paniertes Fleisch (Cordon bleu), Schnitzel, Wurst (Gluten als Bindemittel)
  • Fastfood
  • Getränke: die aus glutenhaltigen Getreiden hergestellt werden: Bier, Malzbier, Whisky, Glühwein, Punsch, Liköre, Brottrunk, Reisbier, Getreidekaffee, Instantpulver für Malz-/Getreidegetränke
  • Käse mit bemehlter Rinde: z.B. Fol Epi
  • Würzmittel: Brühwürfel, Senf, Sojasoße
  • Süßigkeiten: Kekse, Waffeln, Waffelgebäck
  • Salzgebäck: Salzstangen, Brezeln
  • Kantinen-, Restaurantessen: Quiche, Aufläufe, Kartoffelprodukte (Kroketten, Knödel), Pfannkuchen, Omelette, Kuchen, Gebäck

Was verbirgt sich hinter „Vitalkleber“ und „modifizierter Stärke“?

Du wirst es erahnen. Häufig werden auf den Lebensmitteletiketten andere Begriffe verwendet als „Gluten“. Dort stehen dann Begriffe wie „Vitalkleber“ oder „modifizierte Stärke“.

Wenn Du selbst ein wenig zum Detektiv werden willst, schaue dir die vollständige Liste an und begib´ dich auf Spurensuche.

Welche Alternativen für glutenhaltiges Getreide gibt es?

Wenn Du für eine Weile ganz auf Gluten verzichten oder weniger davon verzehren möchtest, musst Du weder auf Brot, Pizza noch Nudeln verzichten! Mittlerweile gibt es eine Vielfalt an glutenfreien Alternativen.

Für eine leichtere Orientierung haben wir Dir einige davon in einer Übersicht zusammengestellt.

  • Glutenfreie Getreide und Mehle: Reis, Mais, Teff, Hirse
  • Pseudo-Getreide und Mehle: Quinoa, Amaranth, Buchweizen
  • Andere glutenfreie Mehle: Bananenmehl, Erdmandelmehl, Kastanienmehl, Sojamehl, Kokosmehl
  • Stärkereiche glutenfreie Beilagen: Kartoffeln, Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen), Süßkartoffeln (Batate)
  • Stärkereiche glutenfreie Bindemittel (anstelle von Weizenstärke etc.): Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl, Kartoffelstärke, Tapioka
  • Glutenfreies Backtriebmittel: Weinstein-Backpulver

Auf glutenfreie Backmischungen, Backwaren, Nudeln und andere Fertigprodukte spezialisierte Firmen bieten ihre Produkte in (Bio-) Supermärkten, Reformhäusern, Naturkostläden, Drogeriemärkten oder im Internet an.

Zöliakie

Auch wenn du auf Gluten eine Reaktion gezeigt haben solltest, ist es ganz wichtig zu  wissen, dass das noch lange nichts mit einer Zöliakie/Sprue zu tun hat. Als Zöliakie bezeichnet man chronischen Entzündung des Dünndarms aufgrund einer Unverträglichkeit gegenüber den Glutenbestandteil Gliadin. Was eine Zöliakie genau ist, kannst du in unserem Hintergrundwissen nachlesen.

Tipp

Durch Sauerteig wird Getreide für uns bekömmlicher gemacht. Sauerteig ruht einige Stunden. In dieser Zeit arbeiten kleine Mikroorganismen wie Hefe und Milchsäurebakterien für uns und „verdauen“ den Teig vor. Durch diesen Prozess wird das Getreide für uns noch besser bekömmlich.

Milch und Milchprodukte

Hat dein Test leicht auffällige oder stark auffällige Ergebnisse auf Milch oder Milchprodukte gezeigt? Wenn das so sein sollte, erfährst du jetzt, welche Produkte gemeint sind, welche Alternativen es gibt und worin sie noch verarbeitet sind.

Wenn bei deinem Test ein leicht oder stark auffälliges Ergebnis zu Milcheiweiß – das sogenannte Casein – vorliegt, verträgst du momentan dieses Milcheiweiß (-protein) nicht gut. Bestimmt hast du schon von einer Laktose-Intoleranz gehört, die hat damit allerdings nichts zu tun. Bei der Laktose handelt es sich um den Milchzucker. Beim Casein um das Milcheiweiß. Wenn Du die Unterschiede besser verstehen möchtest, findest du eine Übersicht bei unseren Hintergrundinfos.

Welche Produkte enthalten Casein?

  • Butter, Ghee
  • Sahne, Rahm
  • Joghurt
  • Buttermilch, Dickmilch, Kefir, Ayran, Lassi
  • Quark
  • Molke
  • Labkäse & Sauermilchprodukte

Was versteht man unter Labkäse & Sauermilchprodukten?

Labkäse (Kuhmilch)

  • Weichkäse: Brie, Camembert de Normandie, Chaource, Gorgonzola, Herve, Langres, Limburger, Livarot, Maroilles, Mont d‘Or, Munster, Neufchatel, Pont-l‘Evêque, Romadur
  • Schnittkäse: Asiago d‘Allevo, Cheddar, Chesire, Edamer, Esrom, Fourme d‘Ambert, Greve, Gruyère, Gouda, Havarti, Herrgardost, Jarlsberg, Leerdammer, Salers, Samsø, Stilton, Svecia, Trappistenkäse
  • Halbfeste Schnittkäse: Bleu d‘Auvergne, Butterkäse, Edelpilzkäse, Mahón-Menorca, Passendale, Saint-Nectaire, Steilbuscher, Tetilla, Tilsiter, Tollenser, Weißlacker, Wilstermarsch
  • Hartkäse: Abondance, Allgäuer Bergkäse, Appenzeller, Beaufort, Comté, Emmentaler, Grana Padano, Montasio, Parmigiano Reggiano (Parmesan), Raclettekäse, Reblochon de Savoie, Sbrinz, Tête de Moine
  • Filata-Käse: Mozarella, Provolone valpadana

Sauermilchprodukte (Kuhmilch)

  • Sauermilch-Getränke: Buttermilch, Joghurt, Molke, Quark
  • Sauermilch-Käse: Bauern-Handkäse, Harzer Handkäse, Harzer Korbkäse, Harzer Stangenkäse, Mainzer Käse, Olmützer Quargel, Tiroler Graukäse

Diese Nahrungsmittel kann man leicht im Auge behalten. Milch wird in vielen Nahrungsmitteln und Getränken verarbeitet, bei denen man dies spontan nicht vermuten würde.

Achte daher auch auf folgende Produkte:

  • Wurst: vor allem helle Sorten, Brühwürste
  • Produkte auf Milchbasis: Sahne, Crème fraîche, Kaffeesahne, Kondensmilch, einige Mayonnaisesorten
  • Verarbeitete Produkte mit folgenden Bezeichnungen auf der Inhaltsstoffliste: Milchpulver, Magermilchpulver, Molkenprotein, Kasein, Kaseinate, Milcheiweiß, Lactalbumin oder Lactoglobulin
  • Fertigprodukte: Soßen, Desserts, Kartoffelpüree, Bratkartoffeln, Pommes frites (werden zum Bräunen mit Milch besprüht), Brotaufstriche, Nuss-Nougat-Creme
  • Fertiggerichte: aus der Tiefkühltruhe, Dose oder Tüte
  • Fastfood
  • Nahrungsergänzungsmittel: Trinknahrung, Sportlernahrung (Hinweis: der Verzehr von Colostrum ist möglich, da im Herstellungsprozess die Milchproteine entfernt werden)
  • Molkedrinks: beliebt an Fitnessstudio-Bars und in der Sauna
  • Proteinshakes: meist zum Abnehmen oder zum Muskelaufbau  (Inhaltsstoff: Kasein oder Casein)
  • Wasser mit Zusatz: in manchen Wasser-Mischgetränken (Inhaltsstoffliste lesen!)
  • Kantinenessen, Restaurantessen: Soßen an Fleisch, Fisch, Aufläufen, Salaten, Desserts, Backwaren mit Creme, Pfannkuchen/Kaiserschmarrn, etc.

Kleiner Hinweis:

Nahrungsmittel, die als Zusatz „Laktose“ oder „Milchzucker“ enthalten, sind unproblematisch und können gegessen werden, es sei denn:

  • Du weißt sicher, dass du eine Laktose-Intoleranz hast und meidest daher solche Produkte oder
  • die Nahrungsmittel enthalten zusätzlich Milchproteine.

Welche Alternativen gibt es?

Milch-Alternativen

  • Kokosmilch
  • Sojamilch (auf Zusätze achten, Etikett lesen)
  • Nussmilch, vor allem aus Haselnuss, Mandel: im Supermarkt erhältlich (auf Zusätze achten, Etikett lesen) oder selbstgemacht (vgl. Rezepte in veganen oder Paläo-Kochbüchern)
  • Erdmandelmilch: in Spanien und auf den kanarischen Inseln ein typisches Getränk („Horchata“). Die Erdmandel ist keine Nuss oder Mandel, daher auch für Nussallergiker geeignet. Erdmandelmilch kann man selbst herstellen (vgl. Rezepte in veganen oder Paläo-Kochbüchern)
  • Milchalternativen aus Getreiden: Reismilch (glutenfrei), Hafermilch, Quinoamilch

 

Butter-Alternativen

  • Milchfreie Margarine (möglichst frei von/arm an Transfetten)
  • Pflanzenöle (kaltgepresst), z. B. Kokosöl
  • Reines Schmalz (kein Butterschmalz)
  • Tomatenmark auf Brot unter herzhaftem Belag wie Schinken oder Wurst
  • Senf (auf die Zutatenliste achten!) auf Brot unter herzhaftem Belag wie Schinken oder Wurst
  • Meerrettich (auf die Zutatenliste achten!) auf Brot unter herzhaftem Belag wie Bratenaufschnitt
  • Oliven-Paste (auf die Zutatenliste achten!) auf Brot unter herzhaftem Belag wie Salatblätter, Tomate, Paprika

 

Joghurt-, Sahne-, Quark- und Käse-Alternativen

  • Soja-, Lupinen-, Hanfjoghurt, Reisdessert
  • Soja-Sahne
  • Pflanzenschlagsahne (vegane Produkte)
  • Tofu (aus Sojabohne) als Quarkersatz
  • Räucher-Tofu als Käseersatz

 

Kakaogetränke-, Schokolade-Alternativen

  • Carobpulver
  • Schokolade ohne Milchanteil (in der Regel ab 65% Kakaoanteil)

„Knochenhärter“ Milch

Da Milch unter anderem Calcium enthält, liegt der Verdacht nahe, dass man nur Milcherzeugnisse zu sich nehmen muss, um den Knochen etwas Gutes zu tun. Wie vieles im Leben ist das nicht so einfach. Um Calcium in den Knochen einzubauen, braucht es zum Beispiel auch Vitamin D, unser Sonnenvitamin. Solltest du weniger oder keine Milchprodukte mehr zu dir nehmen, müssen die Alarmglocken aber nicht angehen. Die Mehrheit der Weltbevölkerung trinkt keine Milch und hat trotzdem starke Knochen. Hülsenfrüchte, Gemüse und Kräuter sind ebenfalls sehr gute Calciumlieferanten. Ein wichtiger Bestandteil, um seine Knochen stabil zu halten, ist auf der einen Seite eine ausgewogene Ernährung und auf der anderen Seite vor allem die Druck- und Schub-Belastung auf den Knochen durch Bewegung und Sport.

TIPP: Calcium ist wasserlöslich. Verwende daher das Kochwasser von Gemüse zur weiteren Zubereitung, zum Beispiel von Saucen.

„Milch macht müde Männer munter!“, oder doch nicht?

Wahrscheinlich kennst du diesen Slogan. Er wurde in den 80er Jahren von der zentralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) ins Leben gerufen um die Milchwirtschaft anzukurbeln. Damit hat die Agentur ganze Arbeit geleistet, da sich dieser Slogan wirklich in vielen Köpfen eingebrannt hat. Aber was ist dran? Leider nicht viel! Milch enthält Tryptophan, welches sich schlaffördernd auf den Körper auswirkt. Also – Milch macht müde Männer noch müder! Das Glas Milch mit Honig am Abend zur Beruhigung hat da eher seine Berechtigung…

Ei und Eiprodukte

„Das Ei“ – nicht für jeden das Gelbe vom Ei! Weißt du, was seit 1996 jedes Jahr am zweiten Freitag im Oktober gefeiert wird? Der Welt-Ei-Tag! Eier sind lecker, vielseitig, schnell zuzubereiten und mit Proteinen und Nährstoffen vollgepackt! In Deutschland werden jährlich 11 Milliarden Eier produziert!

 

Seit Beginn der Menschheitsgeschichte gilt das Ei als wichtiges Lebensmittel, da es viele hochwertige Inhaltsstoffe hat. Besonders der hohe Gehalt an gut verdaulichem Eiweiß sowie Vitamine, Folsäure, Kalzium, Phosphor und Eisen machen das Ei zum kleinen Kraftpaket.

Trotzdem sind Eier für viele Menschen nicht „das Gelbe vom Ei“! Wenn das bei dir der Fall sein sollte und der Test eine Reaktion auf Eigelb oder Eiklar gezeigt hat, hier in Kürze das Wichtigste.

Wo findest du überall Bestandteile von Eier oder Eiprodukte? Eier sind leicht zu identifizieren, wenn sie als Spiegel- oder Rührei, Omelett oder gekochtes Ei daherkommen.

Was aber haben Bratwurst, Fruchtsäfte und Wein mit Eiern zu tun?

Du wirst es Dir denken, richtig, auch hier werden Eier mitverarbeitet. Folgend eine Übersicht, worin sich überall Ei befinden könnte.

  • Backwaren: Brot, Brötchen, Kuchen, Gebäck
  • Hauptgerichtbestandteile: Nudeln mit Eianteil, Omelette, Crêpes, Pfannkuchen, Quiche, Kartoffelpüree, Rösti, Kroketten, Knödel/Klöße, Paniertes
  • Salate und Snacks: Eiersalat, Kartoffelsalat, grüne Soße, Salate mit Mayonnaise, Remoulade, belegte Brötchen
  • Soßen: Würzsoßen, Fertigsoßen, Mayonnaise
  • Fertigprodukte: fertiger Kuchenteig aus der Tiefkühltruhe, Soßen, Desserts, Eis, Soßenbinder, paniertes Fleisch/panierter Fisch
  • Fertiggerichte: aus der Tiefkühltruhe, Dose oder Tüte
  • Fleischprodukte: Frikadellen, Hackbraten, Pasteten, Wurstwaren
  • Fastfood
  • Getränke: Eierlikör, einige Weinsorten (Wein wird teilweise mit Eiweiß geklärt)
  • Kantinen-, Restaurantessen: Quiche, Aufläufe, Kartoffelprodukte (Kroketten, Knödel), Pfannkuchen

 

Falls dein Blut eine Reaktion auf Eier gezeigt hat, musst Du jetzt nicht auf die Vorteile des Kraftpakets „Ei“ verzichten?

Alle guten Inhaltsstoffe vom Ei kannst du auch durch andere Nahrungsmittel zu dir nehmen. Die Proteinversorgung kannst weiterhin über Fleisch, Fisch, Getreide oder Hülsenfrüchte problemlos gewährleistet werden. Wenn es um die Vitamine im Ei geht, fällt in diesem Zusammenhang auch oft das Wort „Folsäure“. Folsäure gehört zu den B-Vitaminen. Diese Vitamine sind an vielen wichtigen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Folsäure findest Du aber auch in Kohl, Gemüse, Fleisch und Nüssen. Gestalte deinen Speisplan abwechslungsreich und du bist auf der sicheren Seite.

 

Was hat der Buchstabe „C“ mit Eiern zu tun?

Wenn Du wissen möchtest, in welchen Lebensmitteln überall Ei enthalten ist, merke Dir den Buchstaben „C“! „C“ ist der offizielle Buchstabencode für die Allergen-Kennzeichnung auf Speisekarten. Mit „C“ werden alle Lebensmittel gekennzeichnet, die „Eier oder daraus gewonnene Erzeugnisse“ enthalten.

Was verbirgt sich hinter Simplesse und Lysozym?

Natürlich, ebenfalls Ei! Da das Ei nicht immer kompletten Einsatz in der Lebensmittelindustrie findet, sondern teilweise nur Bestandteile eingesetzt werden, finden wir auf der Inhaltsstoff-Liste auch ganz unterschiedliche Bezeichnungen. Hier lohnt es sich, das Kleingedruckte zu lesen um sicher zu gehen, was man isst.

 

Welche Ei-Alternativen gibt es?

In vielen Gerichten wird das Ei als Bindemittel oder wegen der Emulgator-Wirkung eingesetzt. Wenn Du dich fragst, wie in Zukunft die Frikadellen oder der Kuchen zusammenhalten soll, haben wir einige Tipps und Tricks.

  • Banane: vor allem für Kuchen und Muffins gut geeignet (eine halbe Banane je Ei)
  • Ei-Ersatzpulver: erhältlich in Reformhäusern und Bio-Märkten; nach Packungsanleitung zubereiten
  • Guarkernmehl: bindet kalte und warme Speisen, ca. 1-2 Teelöffel pro 500 ml Flüssigkeit (Empfehlungen auf der Packung beachten)
  • Hefeflocken: binden Bratlinge, Hackbraten, Frikadellen (allmählich einstreuen, gut einarbeiten, bis der Teig die gewünschte Festigkeit hat)
  • Hirseflocken: binden Bratlinge, Hackbraten, Frikadellen (allmählich einstreuen, gut einarbeiten, bis der Teig die gewünschte Festigkeit hat)
  • Johannisbrotkernmehl: bindet kalte und warme Speisen, ca. 1 Teelöffel pro 500 ml Flüssigkeit (Empfehlung auf der Packung beachten)
  • Kartoffelstärke/Kartoffelmehl: eher zum Lockern als zum Binden von Teig (allmählich einstreuen, gut einarbeiten, bis der Teig die gewünschte Konsistenz hat)
  • Kichererbsenmehl: eher zum Lockern als zum Binden von Teig (allmählich einstreuen, gut einarbeiten, bis der Teig die gewünschte Konsistenz hat)
  • Pflanzenöl und Backpulver: pro Ei 1 Esslöffel Pflanzenöl, einen halben Esslöffel Backpulver und 2 Esslöffel Wasser gut verrühren und zum Teig geben
  • Sojamehl (vollfett): für Backwaren, Pfannkuchen (1 Esslöffel pro Ei, etwas Flüssigkeit zugeben, evtl. Etwas Safran oder Kurkuma zum Gelbfärben zufügen)
  • Tapiokastärke: bindet kalte und warme Speisen, ca. 1-2 Teelöffel pro 500 ml Flüssigkeit (Empfehlungen auf der Packung beachten)

TIPP: Viele Gebäck- und Brotsorten gelingen auch ohne Ei, einfach 3 Esslöffel Wasser stattdessen verwenden.

Du liebst den Ei-Geschmack? Dann versuche Kala Namak!

Kala Namak ist ein indisches Schwarzsalz-Gewürz. Es zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Schwefelwasserstoff und Eisen aus. Setze überall dieses Gewürz ein, wo Du den typischen Ei-Geschmack vermisst, du wirst dich wundern, wie ähnlich er sein kann. Der Geruch mag anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein, da es etwas nach „faulen“ Eiern riecht, aber dafür ist der Geschmack sehr überzeugend!

Rührei ohne Ei? Ja, das geht!

Wenn du Rühreier liebst, dann versuche folgendes Rezept und überzeuge dich selbst!

Zutaten für 4 Portionen:

  • 400g Natur Tofu  oder Räuchertofu oder Seidentofu
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 4 EL Bratöl
  • 1 TL Hefeflocken
  • ½ TL Kurkumapulver
  • ½ TL schwarzen Pfeffer
  • 1 TL Kala Namak
  • 1 Prise Paprikapulver
  • 8 EL Sojajoghurt ungesüßt

Den Tofu abtropfen lassen, in feine Scheiben schneiden und mit der Gabel zerdrücken. Zwiebeln klein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen und den Tofu sowie die Zwiebeln 5 Minuten unter leichtem Rühren anbräunen. Den Herd ein wenig herunterschalten. Hefeflocken, Kurkuma, Pfeffer und Paprikapulver unterrühren. Sojajoghurt einrühren und nochmal 3-4 Minuten köcheln lassen. Das „Rührei“ vom Herd nehmen und mit Kala Namak würzen. Viel Spaß und guten Appetit!

Hefe

Hilfe, ein Pilz! Ja, Hefe ist ein winzig kleiner, einzelliger Pilz, aber damit ein großer Helfer zum Beispiel beim Brotbacken oder bei der Herstellung von Bier. Jedoch reagieren viele Menschen auf Hefe. Bäcker- und Bierhefe sind spezielle Hefestämme, die Zucker bzw. Kohlenhydrate in Alkohol und Kohlendioxid umwandeln können und somit den Teig auflockern und im Bier für die Gärung, sprich den Alkohol, sorgen.

Hast Du in deinem Test Reaktionen auf Bäcker- oder Bierhefe?

Wenn das so sein sollte, erfährst du jetzt, welche Produkte gemeint sind und welche Alternativen es gibt. Bei Bäcker- oder Backhefe ist sowohl frische Hefe wie auch Trockenhefe gemeint. Bei Bierhefe jede Hefe in alkoholischen Getränken. Hefe ist in vielen Getränken und in vergorenen Flüssigkeiten enthalten, zudem wird sie in der Zubereitung von Lebensmitteln als Geschmacksverstärker eingesetzt.

In welchen Produkten kann Hefe enthalten sein?

  • Backwaren: Brot (glutenhaltig und glutenfrei), Kuchen, Hefezöpfe, Gebäck aus Hefeteig
  • Getränke: Bier, Wein, Malzbier, Fruchtsaft, Apfelwein, Cidre, Kombucha
  • Eingelegtes/Vergorenes: Sauer eingelegtes Gemüse, vergorene Früchte (Rumtopf)
  • Gemüsebrühe, auch Pulver (gekörnte Brühe): Sorten mit Hefeextrakt
  • Fertigprodukte: Fertiggerichte, Soßenpulver, Suppen, Salatdressings, fertige Soßen (Hefeextrakt als Geschmacksverstärker in Bolognesesoße, Sauce Hollandaise, Tomatensoße, braune Soße, helle Soße etc.)
  • Milchprodukte: Kefir
  • Essig
  • Kantinen-, Restaurantessen: Quiche, Pizza, Brot, Kuchen, Essig

Welche Hefe-Alternativen gibt es?

  • Backen/Backwaren: Weinstein-Backpulver bzw. Backwaren mit Backpulver
  • Fertigprodukte: Ohne Hefezusätze
  • Essig: Zitrone

Tipp

Brot aus Sauerteig ist bekömmlicher, somit kann man auch hier auf Hefe verzichten.

Nüsse und Nussprodukte

Nüsse sind reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Eiweißen, Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Trotzdem ist nicht jede Nuss für jeden verträglich.

Wenn dein Blut eine Reaktion auf Nüsse gezeigt hat, erfährst du jetzt, welche Produkte gemeint sind, worin ihre Bestandteile noch enthalten sein können und welche Alternativen es gibt.

Viele Nüsse oder Bestandteile von Nüssen werden in anderen Nahrungsmitteln mitverarbeitet. Wenn dein Blut auf eine oder mehrere Nussarten eine Reaktion gezeigt hat, lohnt es sich auch auf folgende Produkte zu achten:

Welche Produkte können Nüsse enthalten?

  • Backwaren: Brot mit Nussanteil, Kuchen, Gebäck wie Nussecken und Mandelhörnchen, Lebkuchen
  • Brotaufstrich und Belag: Nuss-Nougat-Creme, Erdnusspaste, einige Käsesorten, einige Wurstsorten
  • Süßigkeiten: Nuss-Schokolade, Nougat, Marzipan, Eis
  • Vegetarische und vegane Produkte: Bratlinge
  • Fertigprodukte: Müsli, Cornflakes

Welche Nuss-Alternativen gibt es?

  • Andere Nüsse: Alle Nusssorten, auf die keine Reaktion gemessen wurde, denn erfahrungsgemäß sind meist nur einige Nüsse betroffen.
  • Samen: Chiasamen, Erdmandel, Hanfsamen, Kürbiskerne, Leinsamen, Marone (Esskastanie), Mohnsamen, Pinienkerne, Pistazien, Sesamsamen, Sonnenblumenkerne.